# loadpoints

> Ladepunkte in der evcc.yaml einrichten: Wallbox, Zähler und Fahrzeug verknüpfen, den Standardmodus wählen und Abfrage, Schwellwerte und Phasen anpassen.

`loadpoints` (Ladepunkte) ist eine Liste von Ladepunkten und kombiniert für jeden Ladepunkt eine Wallbox, Fahrzeuge und, falls notwendig, einen Zähler mit weiteren optionalen Parametern. Eine minimale Konfiguration erfordert eine Wallbox.

**Beispiel**:

```yaml
loadpoints:
  - title: Garage # display name for UI
    charger: wallbox # Wallbox Referenz
    vehicle: audi # Referenz auf Standardfahrzeug
    mode: smart # Lademodus (off, smart, now)
```

Referenzen sind hierbei immer die Werte des Parameters `name` (z. B. `wallbox`) in der jeweiligen Gerätekonfiguration.

Im folgenden werden nun alle möglichen Parameter erklärt.

***

## Erforderliche Parameter

### `title`

Titel des Ladepunktes, wird in der UI angezeigt.

**Beispiel**:

```yaml
title: Garage
```

***

### `charger`

Referenz auf eine `charger` (Wallbox) Konfiguration. **Beispiel**:

```yaml
charger: wallbox
```

Wobei hier der Wert `wallbox` dem Wert eines `name` Parameters in der [Wallbox Definition](/de/reference/configuration/chargers#name) entspricht.

***

## Optionale Parameter

### `meter`

Referenz auf eine `meter` (Strommessgerät) Konfiguration.

Dieser Eintrag wird nur benötigt, wenn die verwendete Wallbox keine eigene Strommessung durchführt bzw. die Werte der Messung von evcc nicht ausgelesen werden können. Aber selbst dann ist dieser Eintrag optional, denn evcc nimmt an, dass mit der eingestellten maximalen Stromstärke auch geladen wird.

**Beispiel**:

```yaml
meter: charge
```

Wobei hier der Wert `charge` dem Wert eines `name` Parameters in der [Strommessgeräte Definition](/de/reference/configuration/meters#name) entspricht.

***

### `vehicle`

`vehicle`: Referenz auf eine `vehicle` Konfiguration die dem Ladepunkt als Standardfahrzeug zugewiesen wird.

Beim Anschluss eines Fahrzeugs an den Ladepunkt wird damit immer davon ausgegangen dass dieses Fahrzeug angeschlossen wurde. Die automatische Fahrzeugerkennung wird umgangen. Falls doch ausnahmsweise ein anderes Fahrzeug angeschlossen wurde (z. B. Gastfahrzeug) lässt sich dies im Anschluss manuell zuweisen.

**Beispiel**:

```yaml
vehicle: renault
```

Wobei hier der Wert `renault` dem Wert eines `name` Parameters in der [Fahrzeug Definition](/de/reference/configuration/vehicles#name) entspricht.

***

### `mode`

evcc merkt sich den zuletzt genutzten Lademodus. Mit dem optionalen Parameter `mode` kann der Lademodus eingestellt werden, der nach dem Abstecken des Fahrzeugs gültig sein soll.

**Mögliche Werte**:

* `off`: Das Laden ist gestoppt, auch wenn ein Fahrzeug an der Wallbox angeschlossen ist.
* `smart`: Lade mit PV-Überschuss, in den günstigen Stunden eines dynamischen Tarifs und nach Ladeplan. Pausiere, wenn keine günstige Energie verfügbar ist.
* `now`: Lade sofort mit der maximal möglichen Leistung.

**Standardwert:** `smart`

Die veralteten Werte `pv` und `minpv` werden beim Schreiben weiterhin akzeptiert: `pv` aktiviert `smart` und schaltet [Dauerhaft laden](/de/features/modes#always-charge) aus, `minpv` aktiviert `smart` und schaltet Dauerhaft laden ein.

> **Breaking Change**
>
> Status- und API-Lesezugriffe (`/api/state`, Websocket, MQTT) melden `smart` statt `pv`; `minpv` taucht beim Lesen nicht mehr auf. Externe Automatisierungen, die beim Lesen mit `pv` oder `minpv` vergleichen, müssen angepasst werden. Integrationen erkennen das neue Modus-Schema am Vorhandensein von `loadpoints[].alwaysCharge` in `/api/state`.

> **Hinweis**
>
> Im allgemeinen benötigt ein EV zum Laden mindestens 1,4kW Leistung pro Phase. Bei Wallboxen und Fahrzeugen welche über den ISO15118 Standard kommunizieren, wird insgesamt mindestens 1,4kW Leistung benötigt, egal mit wievielen Phasen geladen wird.

**Beispiel**:

```yaml
mode: smart
```

***

### `soc`

Definiere die Standardeinstellungen für den Umgang mit dem SoC eines angeschlossenen Fahrzeugs

**Beispiel**:

```yaml
soc:
  poll:
    mode: charging
    interval: 60m
  estimate: true
```

#### `poll`

Definiert, wie die Fahrzeug APIs benutzt werden um aktuelle Informationen des Fahrzeugs abzurufen.

Ist beim Charger das `features`-Flag `integrateddevice` konfiguriert, werden die Daten fortlaufend abgerufen. Dann sind keine `poll` Einstellungen notwendig, bzw. diese werden ignoriert.

> **Achtung**
>
> Es wird **NICHT** empfohlen, die Standardeinstellungen zu ändern, denn dies könnte dazu führen, dass die Fahrzeugbatterie entleert wird
>
> oder dass der Fahrzeughersteller aktiv verhindert, das Laden mittels evcc zu steuern. **AUF EIGENES RISIKO.**

#### `poll.mode`

Definiert, unter welchen Bedingungen die Daten für das Fahrzeug abgerufen werden

**Mögliche Werte**:

* `charging`: aktualisiere die Daten **NUR** während eines Ladevorgangs (dies ist die empfohlene Standardeinstellung)
* `connected`: aktualisiere die Daten, wenn das Fahrzeug mit der Wallbox verbunden ist (nicht nur wenn es lädt); der Parameter `interval` definiert wie oft
* `always`: aktualisiere die Daten immer, auch wenn das Fahrzeug nicht mit der Wallbox verbunden ist; der Parameter [`interval`](#pollinterval) definiert, wie oft (wird nur für ein Fahrzeug eines Ladepunktes unterstützt)

**Standardwert:** `charging`

**Beispiel**:

```yaml
mode: charging
```

#### `poll.interval`

Definiert, wie oft das Fahrzeug nach neuen Daten abgefragt wird, wenn es **NICHT** lädt.

**Standardwert:** `60m`

**Beispiel**:

```yaml
interval: 60m
```

#### `estimate`

Berechne eine Schätzung des aktuellen SoC anhand der vorliegenden Messwerte (Extrapolation) zwischen den per `interval` eingestellten Abfragezeitpunkten an das Fahrzeug.

**Mögliche Werte**:

* `true`: evcc extrapoliert die SoC Werte zwischen den Fahrzeugabfragen (empfohlen)
* `false`: evcc nutzt nur die SoC Werte, welche das Fahrzeug zurückliefert

**Standardwert:** `true`

**Beispiel**:

```yaml
estimate: false # Keine Extrapolation
```

***

### `enable`

Definiert das Verhalten, wann im Smart-Modus das Laden mit PV-Überschuss begonnen wird. Darüberhinaus definiert es auch das Verhalten bei automatischer Phasenumschaltung von 1p auf 3p.

> **Hinweis**
>
> Um einen Anteil Netzstrom zu erlauben, nutze stattdessen den Regler **Sonnenanteil** in den Einstellungen des Ladepunkts (siehe [Nicht genügend Überschuss?](/de/features/solar-charging#not-enough-surplus)). Der Regler ist deaktiviert, solange ein `enable`- oder `disable`-Schwellwert gesetzt ist.

**Beispiel**:

```yaml
enable:
  threshold: 0
  delay: 1m
```

#### `threshold`

Definiert den Schwellenwert der Leistung am Netzanschlusspunkt in Watt (W).

**Mögliche Werte**: Ein positiver Wert für Netzbezug, ein negativer Wert für Export. Bei `0` muss der Export die minimale Ladeleistung erreicht haben.

**Standardwert:** `0`

**Beispiel**:

```yaml
threshold: 0
```

> **Hinweis**
>
> Ist für die evcc Site über den Parameter `residualPower` ein Versatz des Soll-Arbeitspunktes der Überschussregelung definiert, muss dieser Wert beim Setzen des `threshold` Wertes berücksichtigt werden.
>
> Ist bspw. `residualPower` auf 200 gesetzt (die evcc Regelung setzt den Soll-Arbeitspunkt auf 200W Einspeisung), dann führt ein `enable` `threshold` Wert von 100 nicht dazu, dass ab 100W Netzbezug der Ladepunkt das Laden startet, sondern dass sich die verbleibende Einspeisung um 100W reduziert und somit ab 100W Einspeisung die Ladung startet.
>
> Soll die Ladung bei 100W Netzbezug starten, müsste in dem Fall der `threshold` Wert auf 300 gesetzt werden.

#### `delay`

Definiert, wie lange der `threshold` (Schwellenwert) erfüllt sein muss.

**Standardwert:** `1m`

**Beispiel**:

```yaml
delay: 1m
```

***

### `disable`

Definiert das Verhalten, wann im Smart-Modus das Laden mit PV-Überschuss unterbrochen wird. Darüberhinaus definiert es auch das Verhalten bei automatischer Phasenumschaltung von 3p auf 1p.

**Beispiel**:

```yaml
disable:
  threshold: 200 # maximum import power (W)
  delay: 10m
```

#### `threshold`

Definiert den Schwellenwert der Leistung am Netzanschlusspunkt in Watt (W).

**Mögliche Werte**: Ein positiver Wert für Netzbezug. Bei `0` stoppt die Ladung, sobald der Überschuss nicht mehr für die Mindestladeleistung reicht.

**Standardwert:** `0`

**Beispiel**:

```yaml
threshold: 200 # Ein maximaler Netzbezug von 200W ist erlaubt
```

> **Hinweis**
>
> Ist für die evcc Site über den Parameter `residualPower` ein Versatz des Soll-Arbeitspunktes der Überschussregelung definiert, muss dieser Wert beim Setzen des `threshold` Wertes berücksichtigt werden.
>
> Vergleiche dazu auch das Beispiel in der Info zu [`enable`](#enable) `threshold`.

> **Achtung**
>
> Negative Werte sind wirkungslos: solange Überschuss vorhanden ist, lädt evcc weiter und prüft die Schwelle gar nicht.

#### `delay`

Definiert wie lange der `threshold` (Schwellenwert) erfüllt sein muss.

**Standardwert:** `3m`

**Beispiel**:

```yaml
delay: 10m
```

***

### `phases`

> **veraltet in yaml**
>
> Dieser Wert kann nun im Einstellungsdialog am Ladepunkt gesetzt werden.

**Wallbox ohne automatische Phasenumschaltung**:

Definiert die Anzahl der Phasen mit welcher die Wallbox angeschlossen ist.

Dieser Parameter ändert nichts am physikalischen Anschluss der Wallbox, sondern dient lediglich dazu, beim Überschussladen (in Verbindung mit `minCurrent`) die minimale Startleistung für die Ladung zu ermitteln.

Seit kurzem werden die anliegenden Spannungen ausgewertet, wenn der Zähler der Wallbox diese liefert. Anhand der Spannungen wird der `phases` Wert „automatisch“ per API geändert. In den Fällen in denen die Wallbox per „Lasttrennschalter“ auf 1p oder 3p eingestellt wird, ist somit keine manuelle Änderung des `phases` Wertes mehr notwendig.

In den Fällen, in denen das 1p/3p Laden nicht per Lasttrennschalter, sondern mittels entsprechendem Ladekabel realisiert wird, führt diese “Automatik” zu Problemen. Hier muss der `phases` Wert beim `vehicle`entsprechend angepasst werden. Da dieser nicht per API änderbar ist, gibt es folgende Workaround:

Man konfiguriert das Fahrzeug zweimal. Zum einen mit `phases: 1` und ein weiters mal mit `phases: 3`. Je nach gewünschter Ladeart, wählt man dann im UI das entsprechende Fahrzeug aus.

Wenn ein bekanntes Fahrzeug angeschlossen ist, wird der kleinere Wert aus `vehicle: phases` und `loadpoint: phases` zur Berechnung herangezogen. Bei unbekannten Fahrzeugen wirkt immer `loadpoint: phases` alleine.

Wenn die Ladung läuft und die Wallbox bzw. der Ladezähler die Phasenströme liefert, wird daran die tatsächliche Anzahl der Phasen erkannt und (solange das Fahrzeug angesteckt bleibt) für die weitere Berechnung der tatsächlichen Schaltschwellen genutzt. Das funktioniert allerdings prinzipbedingt nur bei dreiphasigen Ladepunkten.

**Standardwert:** `3`

**Mögliche Werte:** `1|3`

**Beispiel**:

```yaml
phases: 1
```

**Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung**:

Über den Wert kann die Automatik ein- bzw. ausgeschaltet werden.

`phases: 0` = Automatik eingeschaltet

`phases: 1 oder 3` = Automatik aus und der gesetzte Wert ist fix

**Standardwert:** `3`

**Mögliche Werte:** `0|1|3`

**Beispiel**:

```yaml
phases: 0
```

> **Hinweis**
>
> Ist dem Ladepunkt keine Wallbox, sondern eine der unterstützten schaltbaren Steckdosen (AVM FritzDECT, Shelly, Tasmota, TP-Link etc.) zugewiesen, **muss** `phases` zwingend auf **1** gesetzt werden, um eine ordnungsgemäße Lade-Steuerung zu gewährleisten.

***

### `priority`

Dient während der Ladung der Priorisierung von Loadpoints untereinander.

Dem priorisierten Loadpoint wird die Ladeleistung der anderen nicht oder geringer priorisierten Loadpoints zur Verfügung gestellt. Greift dieser darauf zu, kann es kurzzeitig zu Netzbezug führen, bis die Regelung ausnivelliert ist.

Je höher der Wert, desto größer die Priorität. Loadpoints ohne Eintrag haben `priority: 0`

Hat bei mehreren Loadpoints keinen Einfluss darauf in welchen Reihenfolge die Ladungen gestartet werden. Läuft aber die Ladung an einem niedrig priorisierten Loadpoint, wird ein höher priorisierter unter Umständen eingeschaltet, weil diesem die bereits genutzte Ladeleistung zur Verfügung gestellt wird.

Die Priorisierung wirkt im Modus `smart`. Bei aktivem [Dauerhaft laden](/de/features/modes#always-charge) wird die Ladung aber nicht unterbrochen, sondern lediglich auf Minimum reduziert.

> **Hinweis**
>
> Eine evtl. beim Fahrzeug konfigurierte Priorität ersetzt die Priorität des Loadpoints, mit dem das Fahrzeug verbunden ist.

**Standardwert:** `0`

**Beispiel**:

```yaml
priority: 2
```

***