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Highlights: Remote Access, iOS-Widgets, Optimizer und mehr

Ein halbes Jahr ist seit dem letzten Highlights-Post vergangen. Mit den Releases 0.301 bis 0.311 ist seitdem eine Menge passiert: eine neue Navigation, Widgets in der iOS-App, Remote Access, zeitbasierte Auswertungen und vieles mehr. In diesem Blogpost heben wir ein paar unserer Highlights hervor und geben einen kleinen Ausblick auf die weiteren Pläne.

Highlights Banner

Die Oberfläche hat eine neue Navigation am unteren Bildschirmrand bekommen. Über die Bereiche Laden, Hausbatterie, Vorhersage, Ladevorgänge und Mehr kommst du jetzt schneller an alle Funktionen. Batterie und Vorhersage haben dabei eigene Seiten erhalten, statt sich wie bisher in Modals im Hamburger-Menü zu verstecken. Die Batterie-Seite zeigt neben den aktuellen Werten auch die Prognose der Ladestandentwicklung (experimentell, später mehr zum Optimizer). Außerdem weist dich die Navigation dezent darauf hin, wenn eine neue evcc-Version verfügbar ist. Der oft gewünschte Update-Button direkt am Changelog ist noch nicht da. Steht aber auf unserer Liste.

Bottom-Navigation

Nebenbei sind auch weitere Lücken der Browser-Konfiguration geschlossen: Tarife, Benachrichtigungen, EEBus und Externe Begrenzung lassen sich jetzt über Formulare statt YAML einrichten. Nur das Lastmanagement muss aktuell noch über einen großen YAML-Block konfiguriert werden.

Die evcc App hat in den letzten Monaten einige neue Funktionen bekommen.

iOS-Widgets: Ladepunkt-Status, Solarprognose, Netzbezugspreis, Einspeisevergütung und CO₂-Vorhersage gibt es jetzt als Widgets direkt auf dem Homescreen. Ein Tap bringt dich per Deep Link an die passende Stelle in der App.

Mehrere Server: Du kannst jetzt mehrere evcc-Instanzen in der App verwalten, z. B. für Zuhause, deine Eltern oder das Ferienhaus. Der Wechsel geht über Mehr → Server ändern.

QR-Code-Setup: Die Einrichtung einer neuen Instanz funktioniert per QR-Code-Scan direkt aus der Weboberfläche. Serveradresse und Zugangsdaten musst du damit nicht mehr von Hand eingeben. Das ist besonders hilfreich, wenn du die Installation für jemand anderen vorbereitest. Mehr zu den Möglichkeiten findest du in der App-Referenz.

Besonderer Dank geht an Maschga für die kontinuierliche Weiterentwicklung der App.

Viele von euch wollen ihre Anlage auch unterwegs im Blick behalten. Unsere Empfehlung war bislang, dafür ein VPN einzurichten. Dabei haben wir oft den Wunsch nach einer einfacheren Lösung gehört.

Das Thema beschäftigt uns schon lange. Über die letzten Jahre haben wir viele Prototypen gebaut und wieder verworfen. Unsere Anforderungen: hohe Sicherheit, keine Datenspeicherung auf unseren Servern, Transparenz, einfache Nutzung und ein hohes Maß an lokaler Kontrolle.

Mit dem neuen, experimentellen Remote Access haben wir jetzt eine Lösung, die dazu passt. Deine Instanz bekommt eine eigene Domain auf evcc.cloud. Die Verbindung läuft über einen Tunnel, den deine Instanz selbst nach außen aufbaut. Eine Portfreigabe im Router ist nicht nötig. Das Schöne an der Lösung ist, dass sie technisch sehr simpel ist. Kern ist die hashicorp/yamux-Bibliothek, mit der wir eingehenden Internet-Traffic sicher an die richtige lokale evcc-Instanz leiten, transportverschlüsselt über TLS. Die eigentliche Authentifizierung findet auf deiner lokalen Instanz statt: Zugangsdaten werden ausschließlich dort gespeichert und geprüft, Nutzeraccounts in der Cloud gibt es nicht. Der Dienst steht Sponsoren zur Verfügung und lässt sich mit zwei Klicks unter Konfiguration → Remote Access aktivieren.

Die externe Steuerung durch den Netzbetreiber haben wir grundlegend überarbeitet. Die Signale einer FNN-Steuerbox können per EEBus oder über Schaltkontakte eingelesen werden.

Dimmen: Die Begrenzung von steuerbaren Verbrauchern nach § 14a EnWG unterstützen wir schon länger. Sie ist jetzt besser geworden: Aktive Begrenzungen werden prozentual auf alle steuerbaren Geräte verteilt und im UI angezeigt.

Abregeln: Neu ist die Reduzierung der Erzeugungsleistung nach § 9 EEG. Wechselrichter von Huawei, Enphase, Sungrow und generische SunSpec-Geräte lassen sich bereits abregeln. Eine Übersicht der abregelbaren Geräte findest du in der Geräteliste. Hier arbeiten wir an breiterer Geräteunterstützung. Wenn du dich mit einem weiteren Gerät auskennst, freuen wir uns über deinen Beitrag.

Immer mehr von euch steuern neben dem Auto auch Wärmepumpe oder Heizstab mit ihrem PV-Überschuss. Auch hier hat sich einiges getan.

Temperaturen werden jetzt als Bereich mit eigenem Blau-zu-Rot-Farbverlauf dargestellt und unterscheiden sich damit klarer von Ladepunkten. Den Temperaturbereich kannst du dabei selbst konfigurieren.

Lade- und Heizzustände

Mit kontinuierlich gibt es einen neuen konzeptionellen Modus für Wärmepumpen: Statt hartem Ein- und Ausschalten läuft das Gerät eigenständig weiter, was die Natur dieser Gerätekategorie besser abbildet. Über EEBus unterstützen wir die Kompressor-Flexibilität (OHPCF), mit der sich Wärmepumpen gezielt mit Überschuss betreiben lassen.

Dazu kommen viele neue Geräte, von der Vaillant-Markenfamilie über Glen Dimplex bis Xtherma. Wir haben noch einige Baustellen wie eine passendere Modus-Benennung, einen angepassten Plan-Modus und die zeitbasierte Datenerfassung (siehe weiter unten) sowie weitergehende Ideen wie Wärmebedarfsvorhersagen im Optimizer.

Sponsoring erforderlich: Bei der Einführung der Heating-Kategorie hatten wir angekündigt, dass diese Geräte, ähnlich wie viele Wallboxen, ein Sponsoring voraussetzen werden. Der Hinweis steht seitdem oben in der Geräteliste. Mit einem der kommenden Releases setzen wir das in der Software um.

Wärmepumpen-Kachel

Manchmal soll das Auto schnell voll werden, auch wenn die Sonne gerade nicht liefert. Mit Batterie Boost kannst du die Hausbatterie gezielt ins Fahrzeug entladen. Ein Klick am Ladepunkt genügt, geladen wird bis zu einem einstellbaren Batterie-Limit. Der Boost funktioniert im PV-Modus.

Batterie Boost ist übrigens das erste Feature, das es auf einen eigenen Sticker geschafft hat. Beim Community-Treffen im April haben wir ein paar Stickerentwürfe verteilt und Ideen gesammelt. In den Briefen an neue Sponsoren ist dieser Sticker, mit pixydust-grünem Sparkle-Druck, jetzt standardmäßig im Set enthalten.

Batterie-Boost-Sticker

Ein typischer Fall: Du fährst einen Dienstwagen und dein Arbeitgeber erstattet die Ladekosten über eine Abrechnungsplattform. Deine Wallbox spricht dafür OCPP, kann sich aber nur mit einem System verbinden. Bisher musstest du dich entscheiden: Solar-Optimierung mit evcc oder Abrechnung über die Plattform.

Die neue OCPP-Weiterleitung löst das. Deine evcc-Instanz steuert die Wallbox und reicht die OCPP-Nachrichten gleichzeitig an das externe Backend weiter. Auf Wunsch blockiert sie dabei Befehle von außen und behält die alleinige Kontrolle über das Laden. Danke an webalexeu, der das Thema vorangetrieben und die Umsetzung gebaut hat.

Seit Jahresbeginn sind über 50 neue Hersteller hinzugekommen. Die Gerätebibliothek umfasst jetzt mehr als 320 Hersteller und über 800 Produkte.

Wallboxen: ChargeLine, ChargeX, Enovates, ETEK, EVSE Master (Besen, Telestar, Morec), Hager, Lektrico, Nexblue, RAEDIAN, Shell Recharge, Stegen, Voltie

Wärmepumpen & Heizstäbe: Askoma, E.G.O., Glen Dimplex, M-Tec, OVUM, Xtherma sowie die Vaillant-Markenfamilie (Saunier Duval, Bulex, Glow-worm, DemirDöküm)

Zähler, PV- & Batteriesysteme: ADA, Afore, Atmoce, Azimut Energy, Danfoss, Eltako, Everhome, Finder, Homey, IBC Solar, IndeVolt, INTILION, IoTaWatt, Sessy, Smartstuff, Solinteg, stromleser.one, Tepto

Tarife: BKW, CKW, Energy-Charts, EPEX Predictor, EWS Schönau, Fingrid, OMIE, Pstryk, pvnode

Fahrzeuge: Alpine, Genesis, Lexus

Natürlich gab es auch viele Bugfixes und Verbesserungen an bestehenden Implementierungen. Details findest du in den Release Notes.

Ab und an verschwinden Integrationen aber auch wieder. Die Situation beim VW-Konzern ist eine kleine Achterbahnfahrt. Mehrere Konzernmarken sind rausgefallen, weil der Konzern Drittanbieter wie evcc, Home Assistant und andere von der inoffiziell genutzten API seiner App ausgesperrt hat. Über den Umweg der neuen EU-Data-Act-Schnittstelle haben wir sie teilweise und mit Einschränkungen wieder verfügbar gemacht. Statt einer Live-API stellt das Transparenzportal alle 15 Minuten ein ZIP-Archiv mit den Fahrzeugdaten bereit, das deine Instanz herunterlädt und ausliest. Der Konzern hat eine nachhaltige Lösung für Smart-Home-Projekte und Open Source angekündigt. Wir sind in Kontakt, warten jetzt aber auch schon seit einigen Wochen auf den nächsten Schritt des Herstellers.

Mit einem lange gewünschten Feature haben wir begonnen: Energiedaten werden jetzt strukturiert in 15-Minuten-Auflösung erfasst, unabhängig von Ladevorgängen. Die neue, experimentelle Seite Historie zeigt Netz, Erzeugung, Batterie, Laden & Heizen, Hausverbrauch und weitere Zähler im zeitlichen Verlauf. Zusätzlich zur visuellen Darstellung lassen sich die Daten als CSV oder XLSX exportieren.

Neu ist auch das Konzept der Verbraucher: Damit lässt sich der erfasste Hausverbrauch weiter aufschlüsseln, z. B. nach Waschmaschine, Geschirrspüler oder Toaster. Verbraucher werden im Gegensatz zu Ladepunkten und Heizgeräten nur erfasst und nicht geregelt.

Um die Datenqualität zu verbessern, haben wir Unterstützung für die Energieerfassung von Zweirichtungszählern hinzugefügt. Damit erfassen wir beide Richtungen: bezogen und eingespeist beim Netz, geladen und entladen bei der Batterie.

Fertig ist das Thema damit noch nicht. Aktueller Fokus ist, die Korrektheit der Daten für alle unterstützten Geräteklassen sicherzustellen. Die Auswertungen sind deshalb noch bewusst simpel gehaltene Zeitreihen. Ideen gibt es aber schon viele: In diesem Ideen-Thread kannst du Screenshots von Auswertungen und Visualisierungen posten, die du gelungen und hilfreich findest und gerne zukünftig in evcc sehen würdest.

Damit legen wir die Basis für Auswertungen jenseits des E-Auto-Ladens. Fragen wie „Wie viel Sonnenstrom hat die Wärmepumpe letztes Jahr verwendet?“ wollen wir künftig direkt beantworten.

Historie-Seite

Bisher regelt evcc abhängig von der aktuellen Energiesituation im Haus. Ladepläne schauen zwar vorausschauend auf Preise und Prognosen, aber immer fokussiert auf einen einzelnen Ladepunkt. Der Optimizer nimmt das große Ganze in den Blick: Er berechnet das optimale Verhalten des Gesamtsystems für die nächsten zwei Tage, auf Basis von Verbrauchs- und Produktionsprognosen sowie dem Strompreisverlauf. Frisch gemerged sind Wetterprognosen, mit denen sich zukünftig auch der Wärmebedarf schätzen und einbeziehen lässt. Beigesteuert hat sie daniel309, vielen Dank!

Neu ist außerdem eine wählbare Strategie: Du bestimmst, worauf der Plan neben der Kosteneffizienz optimieren soll, z. B. die Batterie zuerst füllen oder Netzspitzen reduzieren. Die Empfehlungen des Optimizers werden dort eingeblendet, wo sie relevant sind: am Ladepunkt und auf der Batterie-Seite, inklusive des prognostizierten Ladestandsverlaufs. Noch steuert der Optimizer keine Geräte. Der nächste Schritt ist, die berechneten Pläne in Aktionen umzusetzen: das konkrete Steuern des Batterie- und Ladepunktverhaltens.

Optimizer-Ladeplan

Sponsoring ist jetzt auch ohne GitHub-Account möglich. Über sponsor.evcc.io kannst du dein Sponsoring direkt abschließen, abgewickelt über den Zahlungsdienstleister Creem, ein junges europäisches Unternehmen aus Estland. Bezahlen kannst du aktuell mit Apple Pay, Google Pay und Kreditkarte, weitere Zahlarten sind in Planung. Neu sind auch Token-Bundles mit Mengenrabatt für Solarteure und Installationsbetriebe, die evcc bei ihren Kundenprojekten einsetzen. Alle Details findest du in der Sponsoring-Dokumentation.

Auch docs.evcc.io hat einen Umbau hinter sich. Wir sind von Docusaurus auf Astro Starlight umgestiegen. Die neue Basis ist leichtgewichtiger, moderner und bietet mehr Freiheiten für Erweiterungen. Die Seiten laden schneller und kommen ohne clientseitiges JavaScript aus. Die Suche läuft jetzt lokal im Browser statt über den externen Dienst Algolia. Englisch ist die neue Standardsprache. Jedes Gerät hat eine eigene, direkt verlinkbare Detailseite mit Parametertabelle, generiert aus den Templates und mit Umschalter zwischen Release- und Nightly-Stand. Die Bearbeitungsfunktion führt direkt zum Quell-Template. Die REST-API-Referenz entsteht aus der OpenAPI-Spezifikation, und für LLMs gibt es eine llms.txt.

Agentische Entwicklungswerkzeuge sind in den letzten Monaten deutlich besser geworden und haben die Arbeit im Projekt verändert, nicht ohne Reibung, aber überwiegend positiv. Auf GitHub sortiert ein Agent neue Issues vor, Pull Requests bekommen ein automatisches Erst-Review und Maintainer können per Kommentar Analysen, Fixes und Testbuilds anstoßen. Im Erprobungsbetrieb lassen wir Issues auch inhaltlich durch AI beantworten: das Problem verstehen, nach Lösungen suchen und in passenden Fällen sogar direkt einen Pull Request vorschlagen. Das Ergebnis: bessere Issues, bessere Pull Requests und ein großer Boost für Contributions. In der CONTRIBUTING.md haben wir Richtlinien für AI-generierte Beiträge festgehalten.

Klar ist aber auch: Fokus und Qualität haben für uns weiterhin oberste Priorität. Neue Features zu generieren ist einfach geworden. Gute Kommunikation in Issues und Discussions ist dadurch umso wichtiger. Anwendungsfälle und die konkreten Bedürfnisse dahinter zu verstehen bleibt entscheidend, auch wenn die Abkürzung über die „schnell dazugenerierte Einstellungsmöglichkeit“ oft sehr verlockend ist.

Woran arbeiten wir als Nächstes? Einige Pläne haben wir oben schon angerissen: weitere Verbesserungen für Wärmepumpen, mehr Auswertungen auf Basis der neuen Datenerfassung und der Optimizer auf dem Weg von der Empfehlung zur aktiven Steuerung. Zwei größere Themen kommen dazu.

Mini-Loadpoints: Reguläre Verbraucher und Wärmeerzeuger sollen eigene Kacheln mit passenden Funktionen bekommen. Mit den zeitbasierten Daten und der überarbeiteten Geräteverwaltung sind die Vorbedingungen dafür jetzt geschaffen. Details in der GitHub Discussion.

Bidirektionales Laden: Erste Fahrzeuge und Wallboxen mit Rückspeisefähigkeit sind in der Community vorhanden (auch im Core-Team). Wir arbeiten daran, sie in evcc nutzbar zu machen. Wir führen gerade Diskussionen mit Herstellern zu Implementierungsdetails im Standard, Zertifikaten und anderen technischen Herausforderungen. Falls du eine kompatible Wallbox-Fahrzeug-Kombination zu Hause hast (oder bei einem Hersteller arbeitest), melde dich gerne bei uns: per GitHub Issue, im Slack oder an info@evcc.io.


💚 Ein paar Mitwirkende haben wir oben namentlich genannt, sie stehen stellvertretend für viele mehr. Großes Dankeschön an alle, die das Projekt voranbringen: durch Code, Ideen, Testen, Diskussionen und finanzielle Unterstützung, ohne die das Projekt in dieser Form nicht möglich wäre.

Wir wünschen euch einen sonnigen Sommer mit vielen vollen Batterien.

Viele Grüße
Das evcc Team
Michael, Andi & Uli